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Gedanken zur EU-Saatgut-Diskussion

In letzter Zeit gehen mir die EU-Diskussionen ganz schön auf den Zeiger. Jedem populistischen Hetzer wird nach dem Maul geredet (egal wie widersinnig seine Argumente sind – siehe Bankgeheimnis) und niemand macht sich die Mühe, selber Fakten zusammenzuklauben sondern zitiert lieber wüsteste Hetzartikel aus den diversen Schundblättern.

Klar, über die EU schimpfen ist populärer denn nie und somit wird jedes Thema möglichst österreichfeindlich interpretiert, ganz egal ob es sich um einen Gesetzesentwurf oder nur eine Diskussion zu einem solchen handelt. Prinzipiell geht man mal davon aus, dass die EU Österreich schaden möchte. Nein, nicht nur Österreich als Staat, sondern ganz gezielt jedem einzelnen Österreicher persönlich.

Jüngster Zenit dieser Fantasien ist die Saatgut-Diskusion. Ihr müsst nämlich wissen, die EU kommt zu euch (mehrere Leute in Blauen Anzügen wahrscheinlich) und graben in eurem Schrebergarten die Kartoffeln aus, urinieren auf die Paradeiser, salzen das Erdbeerbeet, stehlen die Kerne aus den Äpfeln, brennen den Werkzeugschuppen nieder und siedeln eine Asylantenfamilie im Gartenhaus an.

Für alle, die sich gerne selbst ein eigenes Bild von dem Thema machen würden und es ablehnen, populistischen Hetzern (egal ob für oder gegen die EU nach dem Maul zu reden) hier ein paar Links:

Das EU-Papier zu der Novelle der Saatgutverordnung (wirklich mal lesen – dann kommt man nämlich drauf, was damit bezweckt wird. Will nichts vorweg nehmen, soll eine Überraschung sein):
http://ec.europa.eu/food/plant/plant_propagation_material/review_eu_rules/docs/15042011_options_analysis_paper_en.pdf

Und hier eine Liste diverser Antworten seitens von NGOs und der allgemeinen Öffentlichkeit. Sie listen Ergänzungen und Einwende auf. Hier kann man sich ein Bild davon machen, wie dieses Thema von welcher Organisation WIRKLICH aufgenommen wurde und wo wessen Interessen liegen:
http://ec.europa.eu/food/plant/plant_propagation_material/review_eu_rules/replies_consultation_en.htm

Letzteres finde ich vor allem interessant für alle, die sich immer beschweren, dass die EU über unsere Köpfe hinweg entscheiden würde und jene, die sich mehr direkte Demokratie wünschen. Die meisten von euch wissen nämlich nicht mal, welche Möglichkeiten der Mitbestimmung und Einflussnahme sie haben.

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